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Geschichte von Bozen

Bozen ist die Landeshauptstadt Südtirols: Das Land trägt offiziell den Namen “Autonome Provinz Bozen”.

Bereits in der Römerzeit lag der Talkessel des heutigen Bozen entlang der Via Claudia Augusta, die Norditalien mit dem süddeutschen Raum verband und von Trient kommend an Bozen vorbei Richtung Vinschgau führte. Auch Pilger auf der Reise nach Rom strömten hier vorbei. Das Gebiet war damals versumpft und unbewohnbar, auf dem Virgl befand sich aber schon vor langer Zeit eine Burg namens Bozen. Bayerische Herrscher, Räter und Langobarden lebten dort nacheinander.

Die Geschichte der Stadt selbst geht jedoch auf den Bau der Laubengasse um 1170 durch die Fürstbischöfe von Trient zurück, die einen Handelsplatz im Bozner Talkessel schaffen und kontrollieren wollten. Bald darauf machten ihnen die Grafen von Tirol das Gebiet und die Stadt streitig, und rissen unter Meinhard II. Teile von Bozen nieder. Die Position als wichtiges Handelszentrum zwischen Nord und Süd baute Bozen ab dem Mittelalter kontinuierlich aus: Bereits damals galt sie als Messestadt, in der sich Händler aus ganz Europa trafen. Von dieser langen Geschichte erzählt heute noch das Merkantilmuseum im Stadtzentrum.

Die internationale Bedeutung von Bozen ging erst ab dem 18. Jahrhundert zusehends verloren: Das von Claudia von Medici 1635 gegründete Merkantilmagistrat wurde in eine Handelskammer umgewandelt, Bozen versank nach einer kurzen neuen Gründerära in den Wirren der Weltkriege. Als 1919 Südtirol durch den Vertrag von St. Germain von Österreich an Italien abgetreten wurde, begann unter dem faschistischen Regime die “Italianisierung”. Bozen wurde stark erweitert.

1927 wurde Bozen zur Hauptstadt Südtirols, 1964 zum Bischofssitz der neu gegründeten Diözese Bozen-Brixen und 1997 mit der Eröffnung der Freien Universität Bozen Universitätsstadt. Zahlreiche Gäste besuchen die Stadt jedes Jahr, der Besucherstrom ist mit der Bekanntheit der Gletschermumie Ötzi, die im Archäologiemuseum besucht werden kann, und mit der Bekanntheit der “Bleichen Berge”, der Dolomiten, die in die Liste des UNESCO-Erbes aufgenommen wurden, stetig gewachsen: Bozen gilt als “Tor zu den Dolomiten”. Abgerundet wird das alles durch die hervorragende Küche hier am Treffpunkt zwischen mediterranen und nordischen Einflüssen.

Die Stadt Bozen besteht heute aus fünf Stadtvierteln, bietet zwei Seilbahnen, einen Zugbahnhof mit Direktverbindungen nach Innsbruck, Wien, München, Mailand und Rom und beherbergt ca. 107.000 Einwohner, die die drei offiziellen Landessprachen deutsch, italienisch und ladinisch sprechen: Bozen, von den Italienern Bolzano genannt, kennen die Ladiner als Bulsan.

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