Mendelbahn

Eine Bahn mit Geschichte fährt stetig ihren Weg von St. Anton in Kaltern bis auf den Mendelpass (1.363 m ü.d.M.).

Kaltern liegt am Fuße der Mendel - die Mendel wiederum gilt als Hausberg und wird lange schon für die Sommerfrische genutzt. Doch nicht immer hatten die Menschen Autos, und außerdem war die Mendel auch Kurort für Adelige, also eine touristische Attraktion. So kam man vor mehr als 100 Jahren auf die Idee, eine Standseilbahn zu bauen, die den Transport in luftige Höhen garantierte. Die Mendelbahn wurde 1903 in St. Anton aus touristischen Überlegungen heraus erbaut - unter der Leitung des Schweizer Architekten Emil Strub - und verband die Kurorte Mendel und Gries bei Bozen. Bei ihrer Eröffnung war sie die erste elektrisch betriebene Bahn Tirols und die steilste und längste durchgehende Standseilbahn Europas.

Die Mendelbahn ist eine sehr steile Standseilbahn, die in nur 12 Minuten ihr Ziel erreicht und dabei einen Höhenunterschied von 854 m bewältigt. Die Steigung hinauf auf den Pass beträgt zwischen 57 und 64%. Vor langer Zeit wurde auch die Bahn, die vom Kalterer Bahnhof bis zur Talstation der Standseilbahn führte, als “Mendelbahn” bezeichnet. Diesen Teil gibt es nicht mehr, er wurde 1963 zusammen mit der Überetscher Bahn (in Richtung Bozen) aufgelassen. Heute wird dieser Dienst vom Citybus oder dem Linienbus nach Bozen angeboten.

Kaiser Franz Josef, der wohl berühmteste Gast der Standseilbahn, nutzte sie im Jahre 1905, um zu den großen Militärmanövern im Nonstal zu gelangen. Die Mendelbahn war sehr beliebt, wurde aber wegen sicherheitstechnischer Mängel im Jahre 1983 aufgelassen. 1988 wurden schließlich neue Bahnkabinen angebracht, und die Mendelbahn konnte wieder in Betrieb genommen werden. 2012 wurde das Contactless-Entwertungssystem eingeführt. Heute ist die Mendelbahn ein Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Südtirol, zu dem neben den Regionalzügen, Citybussen und Stadt- und Überlandbussen auch einige Seilbahnen gehören (Mendelbahn, Rittner Trambahn, Seilbahnen Ritten, Mölten, Vöran, Meransen und Jenesien).

In die “Sommerfrische” fahren heute noch viele Menschen aus Kaltern mit der Bahn, um oben die herrliche Aussicht über das Überetsch und weit nach hinten zu den Dolomiten zu genießen, und Erholung von der Hitze im Tal zu suchen. Von der Mendel aus gibt es Wandermöglichkeiten hinauf auf den Penegal, über den Gantkofel oder auf den Roen. 2009 wurde den umständlichen und zeitraubenden Revisionen der alten Kabinen zumindest für einige Zeit ein Schlussstrich gesetzt. Zwei neue Kabinen aus viel Glas - für eine atemberaubende Aussicht - fahren nun die steile Strecke hinauf und hinunter. Die alten Kabinen stehen noch an der Talstation der Mendelbahn. Übrigens, eine Fahrt mit dieser Bahn ist sehr viel entspannter als eine Autofahrt über 15 Kehren!

Informationen zu Fahrplan und Preis:
Tel. +39 0471 963169 oder 840 000 471 (Info Mobilität)
Höhenunterschied: 510 - 1.364 m
Steigung: 64%
Personenanzahl in einem Transport: 80
Fahrradtransport: möglich
Dauer der Fahrt: 12 Minuten

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