Saltner

Der Saltner schützte vor langer Zeit den Weingarten vor jeglicher Art von Dieben.

Die älteren Menschen an der Südtiroler Weinstraße kennen ihn noch: Der Saltner war eine sehr originelle Figur, die hilfreich war und den Bauern Sicherheit gab. Junge, ledige und ehrenhafte Männer wurden bis in der Zeit um 1950 für diese Aufgabe ausgewählt und dafür mit allerlei abschreckenden Dingen behängt. Der extra angefertigte Anzug aus Leder hatte einen sehr eigenen Schnitt. Ketten aus Tierzähnen, Gehänge aus geweihten Münzen, Kreuzen, Fuchsschwänze am Körper und bunte Federn auf dem Hut sollten Tier und Mensch ordentlich erschrecken. Auch Pfeifen und manchmal eine Hellebarde dienten der Arbeit der Wächter. Zudem baute man dem Saltner einen eigenen Turm, auf dem er die totale Übersicht über sein Revier hatte.

Von Jakobi am 25. Juli, oder von Laurenzi am 10. August ab bis zum Ende der Ernte wurden die Saltner angeheuert und unter Vertrag genommen. Sie bewachten meist mehrere Güter in der Umgebung bei Tag und bei Nacht. Diese wurden in der Zeit der reifen Trauben für geschlossen erklärt. Nur Wege, die dringend benötigt wurden, konnten passiert werden. Dafür kassierte der Saltner aber auch Weggeld. Und wollte einer der Wandernden von den Trauben naschen, wurde er mit Schimpf und Schande vertrieben.

Es gab genaue Regeln, nach denen sich der Saltner verhalten musste. Eine davon war, dass er nie schlafen durfte, wenn jemand “seine” Weinberge betrat. Darum hatte er den Ruf, immer wach und achtsam zu sein. Der Saltner half dem Bauern auch bei verschiedenen Arbeiten wie z.B. dem Aufrichten, wetzte den “Wimmerinnen” das Rebmesser und gab den “Zummentragern” Schnupftabak. In der Zeit, in der er seine Arbeit verrichtete, lebte dieser Mann Tag und Nacht in der Natur. Demzufolge wussten die meisten Saltner auch sehr viel über Kräuter aller Art. Saltner wurden für ihre intensive Arbeit auch entsprechend gut belohnt. Man erzählt sich, das Gehalt entsprach ungefähr dem eines Jahreseinkommens der Großknechte am Bauernhof.

Einen Saltner kann man heute im Südtiroler Weinmuseum in Kaltern besichtigen.

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