Bozen Herbst Weinreben
Bozen Herbst Weinreben

Törggele-Gebiete

Da Törggelen vom lateinischen Begriff für “Wein pressen” kommt, liegt es nahe, dass die Südtiroler Weinstraße eine Hochburg dieses herbstlichen Brauches ist.

Die Südtiroler Weinstraße hat ihren Namen nicht von ungefähr. In dieser Zone im Süden Südtirols gedeihen die Rebstöcke besonders gut. Vor allem die zahlreichen Sonnenstrahlen und die oft kalkhaltigen Böden haben es den Weinbergen angetan. Die Trauben bilden eine perfekte Grundlage für beste Weine. Das haben die Kellermeister auch entdeckt und nutzen diese Vorteile mit Leidenschaft aus. So weit - so gut!

Der Begriff “Törggelen” hat seinen Stamm in dem lateinischen Begriff “torquere”, der der alten Weinpresse, der Torggl, seinen Namen gab. Ursprünglich war das Törggelen eine gemeinsame Verkostung des neuen Weines mit den Nachbarn, oder eine Erntedankmahlzeit mit allen, die bei der Ernte geholfen haben. Auch hier wurden Most und Wein probiert. Von der Herkunft dieses schmackhaften Brauchtums gibt es mindestens zwei Versionen.

Fakt ist jedenfalls, dass die Landwirte in den Orten von Nals bis Eppan, Kaltern, Tramin und hinunter nach Salurn nicht nur Obst, sondern vor allem Wein anbauen. Neuen Wein gibt es hier im Herbst also genug. Eine weitere Tatsache ist, dass hier die sogenannten Edelkastanien bestens gedeihen. Wild oder manchmal sogar in eigenen Hainen angebaut, findet man die rotbraune Frucht, die beim Einsammeln oft noch in ihrer stacheligen gelben Schutzhülle steckt, auf Wanderungen durch die Mischwälder im Etschtal, im Überetsch und im Unterland. Einzelne Bauern verkaufen auch gezüchtete Sorten.

Die Kombination von dem Most oder dem neuen Wein des Jahres mit den süßen, nussigen Früchten des Waldes ist ein Erlebnis für sich. Beim Törggelen - und nun kommen wir auf den Punkt - wird diese (meist) Nachspeise mit einer zünftigen Mahlzeit kombiniert. Das gemütliche Beisammensein ist oft die Folge einer gemütlichen Wanderung durch die herbstlich farbige Landschaft. Buschenschänke bzw. Landgasthöfe sind die typischen Lokale, in denen auch die passenden Marenden und andere schmackhafte Speisen wie Knödel, Gerstensuppe, Sauerkraut und Co. serviert werden. Dazu der passende Wein und am Schluss die “Keschtn” und den “Susen”… der Genuss ist garantiert vollkommen! “Suser” nennt man übrigens den Most, der nicht mehr als 1% Alkoholgehalt aufweist.

Als eine der drei Törggele-Hauptzonen in Südtirol ist die Südtiroler Weinstraße sehr zu empfehlen. Vor allem des Klimas wegen, das hier sicher das mildeste im ganzen Land ist. Doch die Auswahl ist groß: Auch im Eisacktal und in Meran und Umgebung - auch Burggrafenamt genannt - gehört das Törggelen zum Herbst dazu!

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